
Cirrus uncinus
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Der Name «uncinus» (lat. hakenförmig) beschreibt die charakteristische Form dieser Cirruswolke, deren Fasern an ihrem oberen Ende zu kleinen Haken oder Kommazeichen gekrümmt sind. Cirrus uncinus entsteht, wenn Eiskristalle aus kleinen Erzeugungszellen herausfallen und durch unterschiedliche Windgeschwindigkeiten in verschiedenen Höhen zu hakenförmigen Schleiern ausgezogen werden. Die Wolke erscheint als feine, oft vereinzelt stehende weisse Fäden oder Streifen am hohen Himmel, die an ihrem Ende deutlich nach oben gebogen sind. Umgangssprachlich werden diese Wolken aufgrund ihrer typischen Form auch als «Mares' Tails» (Pferdeschwänze) bezeichnet. Cirrus uncinus gehört zu den am leichtesten erkennbaren Cirrus-Arten und ist ein klassischer Vertreter der hohen Eiswolken.
Hervorgehoben: alle Gattungen, bei denen uncinus vorkommt.
Cirrus uncinus ist meteorologisch bedeutsam, da er häufig auf eine herannahende Warmfront oder ein sich näherndes Tiefdruckgebiet hinweist. Die Hakenform entsteht durch starke Windscherung in der oberen Troposphäre und zeigt die Anwesenheit von Jetstream-Aktivität in grosser Höhe an. Wenn Cirrus uncinus zunehmend dichter wird und sich zu Cirrostratus verdichtet, ist innerhalb von 12 bis 36 Stunden mit einer Wetterverschlechterung und Niederschlag zu rechnen. Treten die Wolken jedoch vereinzelt auf und lösen sich wieder auf, so ist keine wesentliche Wetteränderung zu erwarten. Die Zugrichtung der Haken gibt zudem Aufschluss über die vorherrschende Höhenströmung und kann für die Wetterprognose genutzt werden.