
Cirrostratus fibratus
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Der Name «fibratus» (lat. faserig) beschreibt das charakteristische Erscheinungsbild dieser Wolke, die aus feinen, nahezu parallel verlaufenden Fasern oder Fäden besteht. Cirrostratus fibratus ist eine dünne, schleierartige Eiswolke in grosser Höhe, die den Himmel teilweise oder vollständig überziehen kann, ohne dabei eine gleichmässig strukturlose Fläche zu bilden. Die faserige Textur unterscheidet sie von der glatteren Cirrostratus nebulosus. Häufig erzeugt sie Haloerscheinungen, insbesondere den klassischen 22-Grad-Ring um Sonne oder Mond, da das Licht an den Eiskristallen gebrochen wird. Sie entsteht oft an der Vorderseite von Warmfronten und kann als Vorbote einer nahenden Wetterverschlechterung gelten.
Hervorgehoben: alle Gattungen, bei denen fibratus vorkommt.
Cirrostratus fibratus ist ein klassischer Vorbote einer herannahenden Warmfront und deutet häufig auf eine Wetterverschlechterung innerhalb der nächsten 12 bis 24 Stunden hin. Die Wolke bildet sich in der Regel am vorderen Rand eines ausgedehnten Aufgleitprozesses, bei dem feuchtwarme Luft über kältere Luftmassen aufsteigt. Im weiteren Verlauf verdichtet sich der Cirrostratus oft zu Altostratus und schliesslich zu Nimbostratus, aus dem dann anhaltender Niederschlag fällt. Bleibt die Cirrostratus-Bewölkung hingegen dünn und löst sich wieder auf, war die Frontalstörung zu schwach oder ist abgezogen. Die Beobachtung von Haloerscheinungen in Cirrostratus fibratus ist daher ein wertvolles Hilfsmittel für die Wettervorhersage im Gelände.
| Gattungen: | Altocumulus AcAltostratus AsCirrocumulus CcCirrostratus CsCirrus CiCumulonimbus CbCumulus CuNimbostratus NsStratocumulus ScStratus St |
| Arten: | fibratus Cs fibnebulosus Cs neb |