
Cirrus fibratus
© Di Eryn Blaire - Opera propria, CC BY 3.0, Wikimedia
Der Name «fibratus» (lat. faserig) beschreibt das charakteristische Erscheinungsbild dieser Cirrus-Art: feine, haarförmige Fäden oder Fasern, die nahezu geradlinig oder leicht gebogen über den Himmel verlaufen. Cirrus fibratus ist die häufigste und typischste Art der Gattung Cirrus und besteht ausschliesslich aus Eiskristallen, die in grosser Höhe entstehen. Die einzelnen Fasern erscheinen weiss bis seidig glänzend und können sich über weite Teile des Himmels erstrecken, ohne dabei deutliche Verdickungen oder Haken aufzuweisen. Durch ihre zarte, fast durchscheinende Struktur lassen sie das Sonnenlicht weitgehend ungehindert passieren und erzeugen gelegentlich optische Erscheinungen wie Halos.
Hervorgehoben: alle Gattungen, bei denen fibratus vorkommt.
Cirrus fibratus in einzelnen, wenig ausgedehnten Streifen deutet in der Regel auf stabiles Wetter hin und ist meteorologisch wenig bedeutsam. Nehmen die Fasern jedoch rasch an Dichte und Ausdehnung zu und verdichten sich zu einer geschlossenen Cirrostratus-Schicht, kann dies ein frühes Anzeichen für eine herannahende Warmfront sein. In diesem Fall ist innerhalb von 12 bis 36 Stunden mit einer Wetterverschlechterung und einsetzendem Niederschlag zu rechnen. Die Orientierung der Fasern gibt häufig Aufschluss über die Windrichtung in der oberen Troposphäre und kann auf Jetstream-Aktivität hinweisen. Vereinzelte, stationäre Cirrus fibratus sind dagegen meist harmlos und entstehen durch lokale Feuchtigkeitsfelder in grosser Höhe.