
Stratocumulus radiatus
© wetterkurs.ch
Der Name «radiatus» (lat. strahlenförmig) beschreibt die charakteristische Anordnung dieser Wolken in langen, parallelen Bändern oder Reihen, die scheinbar von einem Punkt am Horizont ausgehen und zum gegenüberliegenden Horizont konvergieren. Dieser perspektivische Effekt entsteht durch die grosse Ausdehnung der Wolkenstreifen, ähnlich dem Zusammenlaufen von Eisenbahnschienen in der Ferne. Stratocumulus radiatus besteht aus grossen, grauen bis weisslichen Wolkenballen oder -walzen, die in auffälligen Parallelreihen den Himmel bedecken. Die einzelnen Wolkenelemente können dabei dicht gepackt sein oder Lücken aufweisen, durch die blauer Himmel sichtbar wird. Diese Varietät tritt häufig bei gleichmässiger Windströmung in der unteren Troposphäre auf, die die Wolkenelemente in Windrichtung ausrichtet.
Hervorgehoben: alle Gattungen, bei denen radiatus vorkommt.
Stratocumulus radiatus deutet auf eine gleichmässige, gerichtete Strömung in der unteren Troposphäre hin, die die Wolkenelemente in parallelen Reihen organisiert. Diese Wolkenform ist häufig mit stabilen Wetterlagen verbunden, bei denen eine ausgeprägte Temperaturinversion die vertikale Wolkenentwicklung begrenzt. Niederschlag fällt aus Stratocumulus radiatus in der Regel nicht oder nur als leichter Nieselregen. Lösen sich die Wolkenbänder im Tagesverlauf auf, ist meist trockenes Wetter zu erwarten. Verdichten sich die Bänder hingegen zu einer geschlossenen Stratocumulus-Decke, kann dies auf eine herannahende Wetteränderung mit zunehmender Feuchtigkeit hinweisen.