
Cumulonimbus murus
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Der Name «murus» (lat. Mauer, Wand) beschreibt eine wandartig herabhängende Wolkenbildung, die als Wall Cloud bekannt ist. Murus ist ein supplementary feature (Begleitwolke) und tritt unter der niederschlagsfreien Basis eines Cumulonimbus auf, meist unterhalb des Aufwindbereichs einer Superzelle. Diese abrupt abgesenkte, oft rotierende Wolkenbasis hat einen Durchmesser von wenigen hundert Metern bis einigen Kilometern. Sie gilt als Vorläufer für die Bildung von Tornados, da sich aus ihr ein Trichterwolken-Schlauch (Tuba) entwickeln kann.
murus ist kein eigenständiger Wolkentyp, sondern ein Ergänzungsmerkmal, das zusätzlich zur Gattungsbezeichnung angegeben wird. Es kann bei folgenden Gattungen auftreten: Cb.
Murus ist eines der wichtigsten visuellen Warnzeichen für schweres Wetter und potenzielle Tornadobildung. Eine rotierende Wall Cloud weist auf einen Mesozyklon in einer Superzelle hin, in dem sich Tornados entwickeln können. Beobachter sollten bei Sichtung sofort Schutz suchen und keine Annäherung versuchen. Meteorologen nutzen das Erscheinen von Murus zur Bestätigung von Radarsignaturen und zur Ausgabe von Tornadowarnungen. Begleitend treten oft Starkregen, grosser Hagel, Sturmböen und intensive Blitzaktivität auf.