
Cumulonimbus cauda
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Der Name «cauda» (lat. Schwanz) beschreibt eine schweifartige, horizontale Wolkenformation, die sich von einer Murus-Wolke (Wallcloud) eines Superzellengewitters zum Hauptniederschlagsgebiet erstreckt. Die Cauda ist eine Begleitwolke und wurde erst 2017 offiziell in den Internationalen Wolkenatlas der WMO aufgenommen. Sie entsteht durch feuchte, kühle Luft, die vom Niederschlagsbereich in den Aufwindbereich der Superzelle gesaugt wird. Optisch erinnert sie an einen Schweif oder Rattenschwanz, der seitlich an die Wallcloud andockt, und bewegt sich meist in Richtung der rotierenden Aufwindbasis.
cauda ist kein eigenständiger Wolkentyp, sondern ein Ergänzungsmerkmal, das zusätzlich zur Gattungsbezeichnung angegeben wird. Es kann bei folgenden Gattungen auftreten: Cb.
Die Cauda ist ein deutliches Indiz für eine organisierte Superzelle mit starker Rotation und somit für ein erhöhtes Unwetterpotenzial. Ihr Auftreten signalisiert, dass das Gewitter über einen ausgeprägten Aufwindbereich mit Feuchtezufuhr verfügt, was die Wahrscheinlichkeit für grossen Hagel, Sturmböen und Tornados erhöht. Sie tritt typischerweise gemeinsam mit einer Murus auf und gehört zu den Schlüsselmerkmalen, die Sturmjäger (Storm Chaser) und Meteorologen zur Tornadowarnung heranziehen. In der Schweiz sind Cauda-Wolken selten, können aber bei kräftigen Sommergewittern im Mittelland oder im Alpenvorland beobachtet werden. Wer eine Cauda sieht, sollte umgehend Schutz suchen.